Eine optimistische Haltung ist für den Menschen besonders wichtig, zumal er in einer von Krisen, Katastrophen und ständigen Veränderungen geprägten Welt lebt, in der äußere Einflüsse seine innere Stabilität leicht erschüttern können. Gerade in solchen Zeiten braucht der Mensch eine innere Ausrichtung, die ihm Halt gibt. Der Qurʾān lehrt die Menschheit Optimismus, gutes Denken und eine wohlwollende Haltung. Diese segenreiche Haltung, die dem Menschen entspricht und zugleich in Einklang mit göttlichen Prinzipien steht, schützt sein Herz vor Verhärtung und bewahrt die Seele vor Misstrauen. Die Gesellschaft findet einen segensreichen Halt. Daher fordert der Prophet Muḥammad ﷺ (mit dem der Frieden und Segen sei) die gesamte Menschheit dazu auf, folgende Einstellung zu haben…
Der Monat Ramaḍān ist der Monat, in dem der Qurʾān als Rechtleitung für die Menschheit herabgesandt wurde. Er ist eine Einladung zur inneren Rückkehr zu Allāh und zur bewussten Neuausrichtung des Herzens. Fasten bedeutet nicht nur, auf Essen und Trinken zu verzichten, sondern auch auf Maßlosigkeit, Hochmut und die Illusion der Selbstgenügsamkeit. Der Mensch erkennt, dass er nicht Eigentümer, sondern Gast ist. Durch Qurʾānrezitation und Gebet wächst Dankbarkeit und Disziplin. Das Fasten wird zum Schutzschild, erzieht das Ego und führt zur Befreiung von innerer Überheblichkeit – hin zur Nähe Allāhs.
Der Gesandte Allāhs ﷺ (mit dem der Frieden und Segen sei) lehrt, dass die Liebe zur Begegnung mit Allāh dazu führt, dass auch Allāh die Begegnung mit dem Menschen liebt. Der Qurʾān macht deutlich, dass diese Hoffnung auf das Treffen mit dem Gastherrn dieser Welt untrennbar mit aufrichtigen guten Taten und reinem Gottesdienst verbunden ist. Das Leben des Menschen gleicht dabei einer Reise: Diese Welt ist nur eine vorübergehende Herberge, während die wahre Heimat beim Schöpfer liegt. Wie ein Reisender seine Liebe durch Sehnsucht und Freude auf das Wiedersehen zeigt, so ist die schönste Sehnsucht die nach Allāh selbst. Das eigentliche Ziel ist nicht allein das Paradies, sondern…
sulūk bezeichnet im islamisch-spirituellen Sinn den inneren Weg der Selbsterziehung, Läuterung und bewussten Hinwendung zum Schöpfer. Es ist ein Pfad, der nicht äußerlich sichtbar beginnt, sondern tief im Innern – mit der Entscheidung, sich selbst zu erkennen und zu verändern. Wahres Erwachen beginnt im Herzen, nicht im Außen. Denn jede kollektive Veränderung, die Bestand haben soll, setzt eine innere Umkehr voraus. Sulūk ist damit nicht nur ein persönlicher Weg, sondern auch die Grundlage für gesellschaftlichen Wandel im Licht ethischer und spiritueller Verantwortung.
Istiġfār bedeutet, Allāh um Vergebung zu bitten und eigene Fehler ehrlich einzugestehen. Kein Mensch ist frei von Fehlern und Sünden. Der Qurʾān erinnert: „Die Seele ist gewiss zum Schlechten geneigt“ (Sūra 12:53). Deshalb ist istiġfār für jeden unverzichtbar. Jede Sünde hinterlässt Spuren im Herzen, die nur durch Reue und durch die Bitte um Vergebung bereinigt werden können. Vergebung zu erlangen geschieht auf drei Ebenen:
Wer seine Fehler erkennt, bittet um Vergebung (istiġfār) und wer um Vergebung bittet, findet göttlichen Beistand, wodurch sich ihm ein direkter Weg zum allvergebenden und verzeihenden Schöpfer eröffnet. Istiġfār ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der Anfang persönlicher Vervollkommnung.
Zuhd ist die innere Loslösung von der Welt und ihren vergänglichen Reizen. Es bedeutet, sich mit dem Notwendigen zu begnügen, maßvoll zu leben und das Herz nicht an Besitz, Rang oder äußeren Erfolg zu binden. Zuhd ist keine Ablehnung der Welt, sondern eine bewusste, geordnete Haltung ihr gegenüber. Der Qurʾān erinnert daran, dass das Jenseits besser und bleibender ist (Sūra 87:16–17) und dass das diesseitige Leben vergänglich ist (Sūra 57:20). Zuhd heißt daher nicht, die Arbeit aufzugeben oder sich Erlaubtes zu verwehren. Arbeite und verdiene, doch lege das Geld in deine Tasche, nicht in dein Herz. Verzichte auf das, was dein Herz gefangen nimmt und dich von Allāh entfernt. Beginne mit dem Verlassen des Verbotenen. Meide das Zweifelhafte. Begrenze das Übermaß, denn Maßlosigkeit macht abhängig. Wahre Zufriedenheit entsteht nicht durch Mehr, sondern durch Genügsamkeit. Wer lernt, zu verzichten, wird innerlich reich. Verzichte auf das Vergängliche, um das Bleibende zu gewinnen. Verzichte auf alles, was dich von Ihm trennt. Dann wirst du Den finden, Den du wirklich brauchst.
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